Patientengerechte Rettung aus Biogasanlage

Sonntag, 27. April 2014 um 16:19 Uhr

Patientengerechte Rettung aus Biogasanlage

„War das ein komisches Gefühl – ich habe einfach die Augen geschlossen und nicht mehr aufgemacht“, sagt das junge Mädchen von der Jugendfeuerwehr Altenplos, als es auf einer Trage liegend den Boden erreicht. Rund zehn Feuerwehrleute und Rettungssanitäter stehen um sie herum, mittendrin Dr. Stefan Eigl, Leitender Notarzt und seit einigen Jahren auch Feuerwehrarzt im Landkreis Bayreuth. „Wie war es?“, fragt der erfahrene Notarzt, der weit über 1000 Einsätze mit dem Rettungshubschrauber Christoph 20 geflogen ist. Obwohl er die Welt von oben kennt, kommt seine Frage nicht von ungefähr. An diesem Samstagnachmittag ist er nicht im Realeinsatz und doch mit vollem Einsatz bei der Sache. Genau so wie das ganze Team, bestehend aus Ausbildern vom Bayerischen Roten Kreuz, der Ausbildungsinspektion der Freiwilligen Feuerwehren des Landkreises Bayreuth mit KBI Harald Schöberl an der Spitze und Kreisbrandrat Hermann Schreck. Patientengerecht retten ist Aufgabe und Ziel einer Ausbildung, wie sie im Landkreis Bayreuth seit über zehn Jahren durchgeführt wird. Und bei diesem Lehrgang geht es richtig zur Sache. Nach mehrstündiger Einweisung in theoretischen Blöcken am Vormittag, wird am Nachmittag in der Praxis geübt. Und die hat es in sich! Während zunächst die schonende Personenrettung aus zwei verunfallten Fahrzeugen in unmittelbarer Nähe zum Feuerwehrhaus Altenplos trainiert wird, geht es diesmal anschließend zur neuen Biogasanlage von Familie Fischer nahe Bayreuth. Zwei Bauarbeiter sind aus großer Höhe abgestürzt und im Innern des schier unendlich großen Behälters zu versorgen und zu retten. Die Rettungskette läuft an, zunächst sieht manches noch recht leicht aus. Schnell wird den Einsatzleitern Feuerwehr und Rettungsdienst jedoch klar, dass eine Rettung durch den kleinen Einstieg des riesigen Kessels nicht möglich ist. Es gibt nur eine Möglichkeit: zum Einsatz kommt das Wechselladersystem mit dem Abrollbehälter „Technische Hilfeleistung“ aus Gefrees. Deren Kommandant, Manfred Horn, gibt in bewährt überlegter Form Einsatzbefehl, wie vorzugehen ist. Kran aufbauen, Tragekorb anhängen, Patientenrettung vorbereiten. Im Innern des Beckens lassen sich derweil zwei junge Mädchen von der Notärztin und ihrem Team von Rettungssanitätern und Assistenten versorgen. Reges Arbeiten innen und außen, alles wird vorbereitet für den großen Moment der Höhenrettung. Wie im Ernstfall üben die insgesamt 32 Teilnehmer des Lehrganges, bestehend aus Feuerwehrleuten und Rotkreuzlern, was in einer solch schwierigen Einsatzsituation zu tun ist. Zentimetergenau, bestens gesichert, bugsieren sie die erste „Verletzte“ aus dem Innern des Biogasbeckens über luftige Höhen hinaus bis auf einen Meter von den bereitstehenden Rettungswagen. Die erste Patientin ist gerettet, die gleiche Szene wiederholt sich, diesmal bereits deutlich entspannter, aber noch immer mit hochkonzentrierten Rettungskräften. Auch die zweite Jugendfeuerwehrfrau, die sich zur Verfügung stellt, wird sicher auf dem Boden abgesetzt. Zahlreiche Gäste beobachten das Übungsszenario, unter ihnen Kreisbrandrat Hermann Schreck und Sabine Kerner vom Landratsamt Bayreuth. Auch Biogasanlagenbetreiber und Landwirt Fischer schaut sich an, was hier geübt wird. „Respekt, dass ihr Euch das getraut habt“, sagt er zu den zwei jungen Mädchen, die wie ihre Kameraden happy sind, als „Unfallopfer“ mitgemacht zu haben. „Habt Ihr keine Angst gehabt?“, fragt einer. Die Mädchen schütteln mit dem Kopf, alles ist bestens gelaufen. Patientengerechtet gerettet eben!

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