Woche der Wiederbelebung

BRK wirbt um Fitness in Erster Hilfe
Freitag, 19. September 2014 um 00:00 Uhr
Vom 22. - 26. September ist in Deutschland die Woche der Wiederbelebung. Damit wollen die Verantwortlichen auf die Wichtigkeit von zeitnahen Wiederbelebungsmaßnahmen bei bewusstlosen Menschen aufmerksam machen.

Time is brain – Zeit ist Gehirn. Dieser Spruch sagt eigentlich bereits aus, wie wichtig schnelle Wiederbelebungsmaßnahmen sind. Jeden Tag sterben in Deutschland 300 Menschen am plötzlichen Herztod. Mit jeder verstrichenen Minute unter Sauerstoffmangel sinkt die Wahrscheinlichkeit dass das Gehirn das Ereignis ohne Schaden übersteht um 10 Prozent. Viele Menschen haben offenbar eine Scheu zu helfen, weil der letzte Erste Hilfe Kurs Jahre zurückliegt, sagt der Anästhesist und Ärztliche Leiter Rettungsdienst im Bereich der Integrierten Leitstelle Bayreuth / Kulmbach, Dr. Stefan Eigl. „Deshalb haben wir uns für bundesweit für eine Aktion entschieden, die dem Bürger das Helfen einfacher macht.“ Prüfen, Rufen, Drücken – das ist alles, was ein Ersthelfer beachten muss um einem Menschen mit einem Herz-Kreislauf-Stillstand das Leben zu retten.

  • Prüfen - Überprüfung der Vitalfunktionen wie Bewusstsein, Atmung und Puls
  • Rufen - Notruf absetzen!
  • Drücken - Beginnen der Herzdruckmassage in der Mitte des Brustkorbes bis zum Eintreffen von Rettungsdienst oder Notarzt.
Diese Maßnahmen können in Stadt und Landkreis Bayreuth in der kommenden Woche geübt werden. Der BRK-Kreisverband Bayreuth wird während dieser Aktionswoche auch für Besuche von Erste Hilfe-Kursen werben. Einer Studie des Roten Kreuzes und des ADAC zufolge liegen die Kurse von Ersthelfern bei 40 Prozent mehr als 10 Jahre zurück, nur 20 Prozent würden sich zutrauen mit Wiederbelebungsmaßnahmen zu beginnen.
Mit einem Informationsstand wird das Team um Erste Hilfe-Instruktor Karl Bernet an vier Standorten in Stadt und Landkreis Bayreuth präsent sein.

Montag, 22.09.2014, 10 bis 13 Uhr Lohengrin-Therme Bayreuth
Dienstag, 23.09.2014, 10 bis 13 Uhr Therme Obernsees
Mittwoch, 24.09.2014, 18 bis 22 Uhr Klinik an der Therme, Bayreuth
Donnerstag, 25.09.2014, 13 bis 15.30 Uhr, Rathaus I, Luitpoldplatz 13, Bayreuth
Freitag, 26.09.2014, 12.30 bis 15.30 Uhr, Bezirkskrankenhaus-Schule 2. Kurs


Doch nicht nur die Herz-Lungen-Wiederbelebung ist ein wichtiges Instrument zum Leben retten. Auch Automatisierte Externe Defibrillatoren (AED) sind nützliche Helfer um bei einem Herzkammerflimmern das Herz wieder in Gang zu setzen. Bei einem Herzkammerflimmern zieht sich das Herz unkontrolliert und unregelmäßig zusammen, wobei jedoch keine Auswurfleistung mehr zu Stande kommt. Mit einem Stromstoß aus einem AED kann diese tödliche Störung behoben werden. „Bei einem Einsatz im nördlichen Landkreis Bayreuth war der Einsatz eines AED derart erfolgreich dass der Patient die Augen aufschlug und nach Hause gehen wollte“, weiß Karl Bernet. Zwar sind nicht alle Einsätze der AED derart erfolgreich, allerdings kann die Überlebenschance bei einem entsprechenden Krankheitsbild gesteigert werden. Rund 400 AED gibt es bereits in Stadt und Landkreis Bayreuth, schätzt AED-Instruktor Karl Bernet. Aus diesem Grund wurde vor einigen Jahren das AED-Verzeichnis auf der Internetseite der Integrierten Leitstelle Bayreuth / Kulmbach ins Leben gerufen. Dort können AED-Standorte angegeben werden, die dann auf einer Landkarte sichtbar werden. So können sich zum einen Bürgerinnen und Bürger im Vorfeld über Standorte informieren, zum anderen kann auch die Integrierte Leitstelle auf diese Daten zugreifen und einen entsprechenden Tipp an einen Hilfesuchenden geben. „In Stadt und Landkreis Bayreuth sind schon viele Geräte verzeichnet, für Stadt und Landkreis Bayreuth, vor allem aber den Landkreis Kulmbach erhoffe ich mir noch weitere Eintragungen“, sagt Karl Bernet. An manchen Standorten stehen mittlerweile auch schon AED-Notrufkästen zur Verfügung. Mit einem Knopfdruck wird automatisch der Kontakt zur Leitstelle aufgebaut die sofort Hilfe schicken und zeitgleich, mittels einer Tastenkombination, den AED für den Ersthelfer freigeben kann. „So kann in der Hektik das Absetzen des Notrufes nicht vergessen werden.“

Auch der Leitstelle steht ein Hilfsprogramm zur Verfügung. Das Stichwort lautet: Telefonreanimation. Sie wird in der ILS Bayreuth / Kulmbach bereits angewandt. Einem Notrufer werden so telefonisch Anleitungen zur richtigen Wiederbelebung bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes gegeben. Der ohnehin schon aufgeregte und überforderte Anrufer kann so begleitet werden und wird nicht allein gelassen. „Auch mit dieser Methode konnten schon Menschenleben gerettet werden“, so der Leiter der Integrierten Leitstelle Markus Ruckdeschel.




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