Bevölkerungswarnung geht mit KatWarn neue Wege

ILS Bayreuth/Kulmbach unterstützt die Stadt Bayreuth bei der Einführung von KatWarn
Montag, 05. Oktober 2015 um 00:00 Uhr

Nr. 524 / Montag, 5. Oktober 2015

 
Smartphone-App informiert im Katastrophenfall

Jetzt auch in Bayreuth: Handy-Warnsystem KATWARN

 

BAYREUTH – Bayreuths BĂŒrgerinnen und BĂŒrger haben ab sofort die Möglichkeit, sich im Gefahrenfall kostenfrei und direkt behördliche Warnungen und Verhaltenshinweise auf das Mobiltelefon melden zu lassen – dank des Handy-Warnsystems KATWARN. Dieses ergĂ€nzt die bisher vorhandenen Warnungen ĂŒber Sirenen, Lautsprecheransagen und Medien. OberbĂŒrgermeisterin Brigitte Merk-Erbe hat heute gemeinsam mit Vertretern des Fraunhofer-Instituts FOKUS und der Versicherungskammer Bayern (VKB) im Neuen Rathaus den offiziellen Startschuss fĂŒr KATWARN gegeben.

 

Bei grĂ¶ĂŸeren Gefahren- oder Schadenslagen, wie GroßbrĂ€nden, ChemieunfĂ€llen oder Bombenfunden, sowie im Katastrophenfall mĂŒssen die Verantwortlichen schnell reagieren und die betroffenen Menschen mit den wichtigsten Informationen warnen. Das Warn- und Informationssystem KATWARN ist dafĂŒr ein Hilfsmittel: Die kostenlose Smartphone-App fĂŒr iPhone, Android und Windows Phone bietet behördliche Warnungen ortsbezogen, das heißt zum aktuellen Standort des Nutzers oder zu weiteren frei wĂ€hlbaren Gebieten. DafĂŒr mĂŒssen nur die Schutzengelfunktion aktiviert oder die Gebiete auf einer Karte im Display ausgewĂ€hlt werden. Alternativ wird KATWARN auch per SMS und E-Mail fĂŒr ein Postleitzahlgebiet angeboten. OberbĂŒrgermeisterin Brigitte Merk-Erbe: „Mit dem Start von KATWARN in Bayreuth erhöhen wir die Sicherheit der BĂŒrgerinnen und BĂŒrger in unserer Stadt weiter. Dank moderner Kommunikationstechnologie erfahren sie im Gefahrenfall nun noch schneller, wie sie sich verhalten sollen.“ Ein Warnhinweis könnte zum Beispiel lauten: „Großbrand – Warnung der Stadt Bayreuth, gĂŒltig ab sofort, fĂŒr PLZ 95444, Fenster und TĂŒren schließen.“

 

Das vom Fraunhofer-Institut FOKUS entwickelte System wird vom FĂŒhrungsstab der Gefahrenabwehr der Stadt koordiniert und bedient. Die Stadt investiert fĂŒr die Anschaffung von KATWARN einmalig rund 18.000 Euro, die laufenden Kosten betragen zirka 2.500 Euro jĂ€hrlich. Die technische Plattform stellen die öffentlichen Versicherer, darunter die Versicherungskammer Bayern (VKB), als Beitrag zum Gemeinwohl zur VerfĂŒgung. „Als traditionell der Region eng verbundenes Versicherungsunternehmen und als der Kommunalversicherer in Franken und dem gesamten Freistaat Bayern unterstĂŒtzen wir seit Jahrzehnten Einrichtungen, wie zum Beispiel die Feuerwehren, die dazu beitragen, SchĂ€den zu vermeiden oder zu vermindern. Mit unserer Beteiligung an KATWARN und durch unsere langjĂ€hrige Zusammenarbeit mit dem Institut Fraunhofer FOKUS bieten wir eine weitere Möglichkeit, Menschenleben und materielle Werte zu schĂŒtzen“, erklĂ€rte beim Startschuss Dr. Herbert Hofmann, Abteilungsleiter fĂŒr das KommunalgeschĂ€ft der VKB.

 

Bereits seit 2012 können Nutzer deutschlandweit ĂŒber KATWARN die Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) empfangen. DarĂŒber hinaus ist KATWARN bereits in rund 50 kreisfreien StĂ€dten, Landkreisen und BundeslĂ€ndern in Deutschland im Einsatz – darunter in Berlin, Hamburg und MĂŒnchen. Außerdem bietet KATWARN spezielle WarnkanĂ€le, zum Beispiel fĂŒr das weltgrĂ¶ĂŸte Chemieunternehmen BASF, fĂŒr den Hamburger Hafen und das Oktoberfest in MĂŒnchen. Ortwin Neuschwander von Fraunhofer FOKUS: „KATWARN trĂ€gt dazu bei, das Leben der Menschen sicherer zu machen, indem es stĂ€dtische Infrastrukturen vernetzt. Unser Ziel ist es, den BĂŒrgerinnen und BĂŒrgern mit neuen Technologien einen spĂŒrbaren Nutzen zu verschaffen.“

 

So funktioniert die Anmeldung

Die KATWARN-App steht kostenlos zur VerfĂŒgung fĂŒr iPhone im App Store, Android Phone im Google Play Store und Windows Phone im Windows Phone Store. Alternativ bietet KATWARN kostenlose Warnungen mit eingeschrĂ€nkter FunktionalitĂ€t auch per SMS/E-Mail zum Gebiet einer registrierten Postleizahl. SMS an Servicenummer 0163 7558842: „KATWARN 12345 mustermann@mail.de“ (fĂŒr Postleizahl 12345 und optional E-Mail).

Weitere Informationen: www.katwarn.de

Über Fraunhofer FOKUS:

Fraunhofer FOKUS entwickelt als neutrale Forschungseinrichtung Lösungen fĂŒr die Kommunikationssysteme der Zukunft. Das Berliner Institut erforscht, welchen Beitrag Kommunikationsnetze leisten mĂŒssen, um das Zusammenleben komfortabler und sicherer zu gestalten und adressiert dabei wichtige Herausforderungen der gesellschaftlichen Entwicklung. Dazu zĂ€hlen vor allem der Zugang zu Informationen, der nachhaltige und wirtschaftliche Umgang mit Ressourcen, vernetzte MobilitĂ€t und eine moderne öffentliche Verwaltung, die auch online erreichbar ist und effizient funktioniert.

 

FOKUS hat bereits langjĂ€hrige Erfahrung im Bereich Open Data und Datenmanagement und verstĂ€rkt seine AktivitĂ€ten derzeit in den Bereichen Linked Data und Data Analytics. Fraunhofer FOKUS ist ein wichtiges Bindeglied zwischen Unternehmen, öffentlicher Verwaltung und BĂŒrgern. Fraunhofer FOKUS konzentriert sich dabei nicht nur auf die technische Infrastruktur, sondern entwickelt darĂŒber hinaus praktikable Konzepte, Anwendungen und Prototypen. Im Zentrum der ForschungsaktivitĂ€ten steht die Entwicklung von domain- und organisationsĂŒbergreifenden Netzwerken sowie von interoperablen, benutzerzentrierten Lösungen. Mit mehr als 25 Jahren Erfahrung in der Entwicklung von Informations-und Kommunikationstechnologien ist Fraunhofer FOKUS einer der bedeutendsten IuK-Forschungspartner im In- und Ausland. Weitere Informationen unter www.fokus.fraunhofer.de.




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