Die geplante Katastrophe: Wie wappnen sich die Behörden?

Dienstag, 05. April 2011 um 18:01 Uhr

Sowohl das Landratsamt wie auch die Stadtverwaltung Bayreuth und die Regierung von Oberfranken haben jeweils einen allgemeinen Katastrophenschutzplan. Er definiert jeweils die Ansprechpartner der Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK), deren Mitglieder, die Alarmierung sowie eine Vielzahl von Ansprechpartnern und Einsatzmitteln. Wo gibt es beispielsweise Sandsäcke, Omnibusse, Lastwagen, Lebensmittel?

Darüber hinaus gibt es Sonderpläne – zum Beispiel für hochwassergefährdete Regionen oder für Objekte mit besonderem Gefahrenpotenzial, zum Beispiel Chemiefabriken. Die Regierung von Oberfranken hat zwei Sonderpläne aufgestellt: Zum einen für die Autobahnen in Oberfranken zur Vermeidung und Bewältigung lang andauernder Verkehrsstaus insbesondere bei winterlichen Straßenverhältnissen. Zum anderen zur Verteilung von Kaliumjodidtabletten an die Bevölkerung in Oberfranken als Schutzmaßnahme nach einem kerntechnischen Unfall. Der Plan regelt die Organisation der Abholung von einem Depot, zum Beispiel in Roding, bis zum Transport an die Ausgabestellen in den Gemeinden. Dieser Sonderplan ist grundsätzlich auch für die Verteilung anderer Medikamente und von Impfstoffen geeignet.

Keine speziellen Katastrophenschutzpläne muss die Stadt Bayreuth vorhalten, erklärt Harald Burkhardt, stellvertretender Leiter des Ordnungsamtes, im Kurier-Gespräch. Ähnlich wie bei der Regierung gibt vielmehr ein allgemeiner Notfallplan Auskunft über die Vernetzung von Polizei, Feuerwehr, THW, Rettungsdienst und Bundeswehr. Im Ernstfall kommt die Führungsgruppe Kataastrophenschutz in der Feuerwache zusammen, ein neuer Leitstand entsteht derzeit in der neuen Integrierten Leitstelle.

Auch der allgemeine Katastrophenplan im Landkreis Bayreuth deckt in erster Linie unspezifische Szenarien, wie Zugunglücke, Flugzeugabstürze oder Hochwasser, ab. Sonderpläne existieren zum Beispiel für die A 9, für die Verteilung von Jodtabletten bei einem Störfall im Atomkraftwerk Grafenrheinfeld oder auch für die Bekämpfung von Tierseuchen.

Kein Thema mehr ist nach dem Zusammenbruch des früheren Ostblocks der Schutz vor atomaren, biologischen oder chemischen Militärangriffen – sowohl in der Stadt wie auch im Landkreis Bayreuth. Die früheren Zivilschutzräume lagen im Kalten Krieg in der Zuständigkeit des Bundes und wurden mittlerweile aufgelassen. In Bayreuth gab es vier Zivilschutzräume, unter anderem waren dies die Tiefgarage am Unteren Tor sowie die Tiefgarage der Sparkasse hinter dem Opernhaus. Im Landkreis existieren ebenfalls noch verschiedene ältere Schutzräume, überwiegend in Schulen, die jedoch nicht mehr als solche gewidmet sind und keiner staatlichen Überwachung unterliegen. Stadt wie Landkreis halten jedoch mögliche Notunterkünfte vor. Um kurzfristig eine große Zahl von Menschen unterzubringen, werden in der Regel Turnhallen sowie Schulen genutzt.

 

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