Integrierte Leitstelle (ILS) Bayreuth/Kulmbach nimmt modulares Warnsystem (MoWAS) und Warn-App NINA in Betrieb

Donnerstag, 07. Dezember 2017 um 00:00 Uhr

Anl?sslich der Verbandsversammlung des Zweckverbandes f?r Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF) Bayreuth/Kulmbach am Donnerstag, den 07. Dezember 2017, wird die operative Nutzung des modularen Warnsystems (MoWAS) und Warn-App NINA von der ILS Bayreuth/Kulmbach in Betrieb genommen.

Die Warnung der Bev?lkerung bei Gefahrensituationen, Ungl?cksf?llen oder z.B. bei der Freisetzung von Gefahrstoffen erfolgt durch die zust?ndigen Gefahrenabwehr- und Katastrophenschutzbeh?rden. Im Zust?ndigkeitsbereich der Integrierten Leitstelle Bayreuth/Kulmbach (kurz ILS) sind dies die Landrats?mter Bayreuth und Kulmbach, sowie die kreisfreie Stadt Bayreuth.

Um die moderne, mobile und zunehmend nomadisch lebende Bev?lkerung in allen Altersschichten sicher zu erreichen, sind hier neben den alt bew?hrten Methoden wie z.B. ortsfesten Sirenen, UKW-Radio und Lautsprecherfahrzeugen zunehmend neue Ans?tze gefragt die sich gegenseitig erg?nzen und einen bunten "Warnmix" bilden.

In Deutschland entstand nach dem Ende des Kalten Krieges in vielen St?dten und Gemeinden eine sp?rbare L?cke, da die Warnsirenen ohne einen ad?quaten Nachfolger abgeschafft wurden. Bereits seit 2013 besch?ftigt sich die vom BRK Kreisverband Bayreuth betriebene ILS Bayreuth/Kulmbach mehreren Initiativen zusammen mit ihren Partnern mit diesem wichtigen Thema und bem?ht sich diese L?cke vor Ort f?r die Menschen in der Region zu schlie?en.

So wurden von der ILS im Landkreis Bayreuth bei einer Katastrophenschutzerprobung in Haidenaab bereits im November 2014 Gefahrenhinweise im Rahmen eines gro? angelegten Feldversuches per Digitalradio DAB+ an die Bev?lkerung ausgesandt. Staatssekret?r und MdL Gerhard Eck ?berzeugte sich seinerzeit gemeinsam mit Landrat H?bner selbst von den in Bayreuth und Erlangen entwickelten M?glichkeiten.

Durch die enge Zusammenarbeit mit dem Landratsamt Bayreuth und den beiden KnowHow-Tr?gern - Fraunhofer Institut IIS (Erlangen) und der Firma TMT (Bayreuth), wurde diese "zun?chst fr?nkische" Technologie im Zusammenspiel mit allen Beteiligten bis hin zur Marktreife entwickelt.
Mit der zunehmenden Verbreitung des Digitalradios DAB+ wird das klassische UKW Radio mittelfristig abgel?st, so der BRK-Kreisvorsitzende Peter Maisel. Er ist gemeinsam mit ILS-Leiter Markus Ruckdeschel einer der Initiatoren und Mitglied der Projektgruppe EWF.

Auch die Stadt Bayreuth entschied sich bereits in 2015 vorausschauend dazu, B?rgerinnen und B?rger per Smartphone-App (KatWARN) zu informieren und zu warnen. Bei zahlreichen Probealarmen und auch bei Echteins?tzen, wie z.B. der starken Rauchentwicklung in der Innenstadt beim Brand der Rosenau wurden per App bereits mehr als 2.000 B?rger und Touristen direkt erreicht und gewarnt. Die komplette Reichweite der vom Verband der ?ffentlichen Versicherer, der Sparkassen und der Bayerischen Landesbrandversicherung unterst?tzen KatWarn-App ergibt sich aber erst durch den Multiplikationseffekt mittels sozialer Medien, wie Facebook, Twitter oder Instagramm.

Die ?berwiegende Mehrheit der in Bayreuth bereits per App erreichten B?rger hat die Meldung im eigenen Freundeskreis geteilt, weshalb sich die tats?chliche Reichweite nur absch?tzen l?sst - aber um ein vielfaches h?her liegt, wei? Harald Burkhardt als Leiter des st?dtischen Katastrophenschutzes zu berichten.

Nun schlie?t sich der Kreis um die bisherigen Bayreuther Aktivit?ten durch die landesweite Einf?hrung einer modularen Plattform namens MoWAS (modulares Warnsystem). Diese erm?glicht es der ILS kurzfristig verschiedene Apps und andere Medien ?ber einen Weg zentral anzusteuern. Auch hier nimmt die Region Bayreuth/Kulmbach erneut eine Pionierrolle in Bayern ein.

Es war keine Frage f?r Markus Ruckdeschel als Vertreter des BRK Kreisverbandes Bayreuth sofort zuzustimmen, als das Bayerische Staatsministerium des Innern im Sommer 2017 im Katastrophenschutzbunker am M?nchner Odeonsplatz bei einer Besprechung nach motivierten Partnern suchte, um das neue System schrittweise in Bayern einzuf?hren. Durch die zentrale Verortung bei den gemeinsamen Leitstellen von Feuerwehr und Rettungsdienst bauen diese damit ihre gesetzliche Aufgabe und Rolle als Meldekopf der Kreisverwaltungsbeh?rden au?erhalb deren Dienstzeiten nun weiter aus.

Durch die enge und freundschaftliche Zusammenarbeit mit den obersten bayerischen Katastrophensch?tzern um Johann Ellmayer wurden binnen weniger Monate in zahlreichen Telefonaten und Besprechungen die technischen und organisatorischen Voraussetzungen vor Ort geschaffen, um am 7.12.2017 anl?sslich der Verbandsversammlung des Zweckverbandes f?r Rettungsdienst- und Feuerwehralarmierung in der Bayreuther Feuerwache den "roten Knopf" f?r die operative Nutzung dr?cken zu k?nnen.

Die Vorsitzende des Zweckverbandes Oberb?rgermeisterin der Stadt Bayreuth Brigitte Merk-Erbe, sowie die beiden Landr?te Hermann H?bner (Bayreuth) und Klaus-Peter S?llner (Kulmbach), zeigten sich hoch erfreut ?ber das reibungslose Zusammenwirken aller Beteiligten und sind ?berzeugt von der Wichtigkeit des nun gemeinsam mit dem Freistaat erreichten Meilensteins.

Fortan steht den drei Kreisverwaltungsbeh?rden ab 1.1.2018 selbst, aber vor allem der zentralen, rund um die Uhr besetzten Leitstelle die M?glichkeit zur Verf?gung, ohne Zeitverzug amtliche Gefahrenmitteilungen zur Warnung der Bev?lkerung ?ber alle an die Plattform angeschlossenen Medien auszusenden.

Neben KatWARN ist dies nun auch die vom Bundesamt f?r Bev?lkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) entwickelte und im Bundesgebiet sehr weit verbreitete Warn-App namens NINA (Notfall-Informations- und Nachrichten-App). Diese bietet neben den Warnmeldungen zudem die M?glichkeit in einer App die amtlichen Wetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) und lokale Hochwasserinformationen in einer Anwendung zu empfangen. Allgemeine Notfalltipps und Verhaltenshinweise in Gefahrensituationen runden die Funktionen der NINA-App sinnvoll ab.

Beide Apps, KatWARN und NINA, finden sich f?r die g?ngigen Smartphone- und Tablet-Betriebssysteme in den jeweiligen App-Stores kostenlos zum Download zur Verf?gung. Wer z.B. am Arbeitsplatz kein Smartphone mit sich f?hren kann, kann die Warnungen auch ?ber die bundesweite Internetseite des BBK abrufen (www.warnung.bund.de).

Die der Leitstelle nun zur Verf?gung stehende Online-Anwendung wird ihr vom Freistaat Bayern im Rahmen des Pilotprojektes kostenfrei zur Verf?gung gestellt. Sie erg?nzt die beiden eigenen, zus?tzlich per Satellit angebundenen MoWAS-Hauptstationen des Freistaates Bayern in M?nchen und Regensburg. Weitere St?dte und Landkreise in Bayern werden nun Zug um Zug der Region Bayreuth/Kulmbach folgen.

Andere Medien wie BIWAPP (B?rger Info & Warn App), aber vor allem die komplett von der Funktion des Mobilfunk- und Datennetzes unabh?ngige EWF-Funktion im DAB+ Digitalradio befinden sich bereits in Planung und Vorbereitung zum Anschluss an das modulare und erweiterbare Warnsystem MoWAS.




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